Allgemeine Informationen

Tensiometer messen die sogenannte Saugspannung. Dabei transportiert die Tonzelle des Tensiometers in trockener Umgebung Wasser von innen nach außen, so dass im geschlossenen Rohr ein Unterdruck entsteht. Dieser Unterdruck ist ein Maß für die Feuchtigkeit und wird als Wert ermittelt oder direkt für einen Schaltvorgang genutzt. Die gebräuchliche Maßeinheit ist hPa (Hektopascal); 1 hPa = 1 mbar = 1 cm Wassersäule.
Die Saugspannung ist die Kraft, mit der das Wasser im Boden festgehalten wird oder zur Verfügung steht. Entscheidend sind dabei die feinen Poren und entsprechenden Kapillaren im Boden. Ein Tensiometer misst diese für die Pflanze wichtige Bodeneigenschaft direkt, es muß als Messinstrument nicht geeicht werden. Das ist ein besonderer Vorteil gegenüber elektrischen Messgeräten.
Der Saugspannungswert steigt an, solange die Umgebung trockener ist und das Substrat in der Lage ist, Wasser weiterzuleiten. Nimmt die Umgebungsfeuchtigkeit zu, verläuft der Vorgang umgekehrt. Ein intensiver Substratkontakt ist Voraussetzung für eine schnelle Tensiometerreaktion und für die Messung typischer Werte bestimmter Boden- oder Substratarten. Ein Tensiometer funktioniert jedoch auch in grobkörnigem oder sehr lockerem Substrat. Die geringere Kontaktfläche und die größeren Anteile von Hohlräumen ergeben dann spezifische Saugspannungswerte.
Saugspannungsmessungen sind weitgehend unabhängig vom Salzgehalt der Böden. Fehlerhafte Abweichungen können durch große Temperaturunterschiede zustandekommen, ins- besondere bei zu großem Luftvolumen im Tensiometer.

Bei der Tensiometermessung wird die Wasserfüllung geringfügig verbraucht, weil das Zurücksaugen nicht zu 100% erfolgt, insbesondere im trockenen Bereich. Eine andauernde Messung im Trockenen führt zum langsamen Leersaugen des Rohres. Tensiometer mit größerem Wasservolumen erzielen hier eine längere Standzeit mit geringerer Nachfüllhäufigkeit. Kleine Tensiometer sind mehr für den feuchten Bereich prädestiniert, wo die Wartung sehr gering ist. Der Messbereich der Tensiometer beträgt ungefähr 0 ...-900 hPa. Die für die Bewässerung typischen Saugspannungswerte von Substraten und Böden liegen im Bereich von 100 - 500 hPa.
Die Tensiometermessung ist grundsätzlich eine punktuelle Messung. Der absolute Messwert gilt immer nur für den jeweiligen Messort. Die Stärke der Saug­spannungsmessung liegt im Vergleich von mehreren Messwerten und Messreihen durch Darstellung von Verläufen. Einzelmessungen haben oft wenig Aussagekraft. Auch die Steuerung von Bewässerungsabläufen mittels Saugspannung benötigt kontinuierliche Messwerte, möglichst von einem Ort mit Referenzaussage.
Eine wartungsfreie und über den Bereich des Tensiometers hinausgehende Messung der Saugspannung ist mit dem neuen Sensor TensioMark möglich. Dabei wird in einem Gleichgewichtskörper (Tonspitze) auf Basis der Wärmekapazität durch gepulstes Aufheizen  der jeweilige Saugspannungswert genau ermittelt, und zwar unabhängig von Störgrößen im Boden und auch ganzjährig.